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2nd European Microfinance Conference 2005

von Brigitte Maas

Mit rund 240 Teilnehmer/innen aus 32 Ländern fand vom 26. bis 28. Oktober 2005 in Barcelona die zweite europäische Konferenz des "European Microfinance Network" (EMN) statt - unterstützt von der Europäischen Kommission und dem spanischen Verband der Sparkassen.

Bereits die Leitung der Eröffnungsveranstaltung durch Königin Sofia von Spanien und die Beteiligung von wichtigen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft zeigte, welche enorme Bedeutung Mikrofinanzierung in Spanien inzwischen entfaltet hat. Vergabevolumen und -zahlen haben sich in den vergangenen vier Jahren so auffallend entwickelt, dass die Präsidentin des EMN - Maria Nowak von ADIE / F - prognostizierte, dass Spanien zu einem der führenden Akteure von Mikrofinanzierung in Europa werden wird. Eine Entwicklung, die auch Vertreter/innen aus anderen europäischen Ländern, die wie Deutschland noch in den Kinderschuhen stecken, hoffen lässt.

Die Konferenz bot Workshops, Besuche bei spanischen Mikrofinanzierern und Gelegenheit zur Vernetzung mit anderen europäischen und afrikanischen Mikrofinanzierern und deren Dachorganisationen. Die Konferenz bzw. die Workshops stellten im wesentlichen vier Bereiche in den Vordergrund der Diskussion:

  • Wie können Mikrofinanzierer eine "Balance zwischen sozialen Ansätzen und finanziellen Anforderungen" gewährleisten?
  • Sollte - und wenn ja wie - ein "Scoring von Kreditnehmer/innen" erfolgen oder welche Indikatoren könnten für ein "Benchmarking von Mikrofinanzierern" herangezogen werden?
  • "Welche Gefahren oder Möglichkeiten birgt der informelle Sektor?" für die Entwicklung von Beschäftigung sowie "Innovative Wege zur besseren Integration von Kleinstgründer/innen in die Geschäftswelt".
  • Und - last but not least - besondere Ansätze und Methoden zur Erreichung und wirksamen Unterstützung von wichtigen Zielgruppen wie Migrant/innen und Frauen.

Die Diskussionen zeigten die unterschiedlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen von Mikrofinanzierung in den jeweiligen Ländern auf und boten vielfältige Ansätze für einen Austausch. Jean Francois Aguinaga von der Europäischen Kommission wies in seinem Beitrag zu Benchmarking noch einmal auf diese Verschiedenartigkeit hin und zeigte das Bestreben auf europäischer Ebene auf, günstige Rahmenbedingungen für einen institutionellen Aufbau von Mikrofinanzierern zu entwickeln, die diesen Gegebenheiten Rechnung tragen sollten.

Clowns und Karikaturisten zeigten auf heitere Art und schonungsleise Weise Knackpunkte und Quintessenzen der geführten Diskussionen auf, die sich - dem Gegenstand Mikrofinanzierung geschuldet - häufig in dem Spannungsfeld von sozialem Anspruch und wirtschaftlicher Tragfähigkeit befinden. Eine ungewöhnliche Methode, um Teilnehmer/innen zu einer kritischen Selbstreflektion anzuregen.

Das EMN wird zu den Ergebnissen der Konferenz eine Publikation herausbringen, die dann unter www.european-microfinance.org erhältlich ist. Das DMI beabsichtigt, einige der genannten Diskussionsansätze in den kommenden DMI-News nochmals aufzugreifen und intensiver zu betrachten. Zumal das DMI mit Christophe Guene in einer Arbeitsgruppe zu Forschungsarbeiten im Microlending-Sektor und mit Brigitte Maas in einer Benchmarking-Arbeitsgruppe beim EMN vertreten ist.

Erläuterung European Microfinance Network (EMN):
Das EMN wurde 2003 als europäischer Dachverband von Mikrofinanzierern gegründet. Kernaufgaben des EMN sind u.a. Kapazitätsaufbau von Mikrofinanzierern, Vernetzung und Informationsaustausch, Forschung und Herausarbeitung von Best Practice, Interessenvertretung gegenüber der Europäischen Union. Das EMN umfasst 36 Mitgliedsorganisationen aus 15 Ländern - u.a. das Deutsche Mikrofinanz Institut e.V.

 

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