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Kommission setzt sich für verstärkte
Bereitstellung von Kleinstkrediten für KMU ein

Brigitte Maas

Vom 21. bis 23. September führte die Generaldirektion Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem European Microlending Network (EMN) Brüssel, dem Microfinance Center (MFC) Warschau und dem Network of European Financial Institutions (NEFI) Brüssel eine internationale Konferenz zum Thema Kleinstkredite durch. Mehrere Vertreter/innen des Deutschen Mikrofinanz Institutes (DMI) haben sich in Diskussionen eingebracht und an internationalen Erfahrungsaustauschen im Rahmen des begleitenden Expert/innentrainings teilgenommen. An dieser Stelle wird die offizielle Pressemitteilung der Kommission zur Konferenz zitiert:

"Auf einer hochrangigen Konferenz in Brüssel, bei der die Europäische Kommission einer der Gastgeber war, unterstrichen die Kommission und Vertreter maßgeblicher Interessengruppen heute die Notwendigkeit, günstigere Rahmenbedingungen für den Zugang kleiner Unternehmen und Unternehmer zu Mikrokrediten in Europa zu schaffen. Als Mikrokredite gelten Darlehen unter 25 000 Euro. Die Konferenzteilnehmer begrüßten es, dass immer mehr Mikrodarlehen für Kleinunternehmen und -unternehmer bereitgestellt werden. Heute gewähren zahlreiche Kreditinstitute jährlich Tausende von Kleinstkrediten, und CONFIDI, das wichtigste Bürgschaftssystem auf Gegenseitigkeit, stellt rund 100 000 Garantien für Kleinstkredite. Präsident Romano Prodi und Kommissionsmitglied Ján Figel nahmen an der Konferenz teil.

'Kleinstkredite haben sich als als wirksames und effektives Instrument zur Förderung der unternehmerischen Initiative erwiesen und sind daher ein wichtiger Impuls für Menschen, die ihr eigenes Unternehmen gründen und weiterentwickeln wollen', erklärte der für Unternehmen zuständige Kommissiar Olli Rehn. 'Wir sollten uns jetzt darauf konzentrieren, Unternehmen in ganz Europa den Zugang zu Kleinstkrediten zu erleichtern, damit dieses Instrument auch wirklich wachstumsfördernd eingesetzt werden kann', fügte Kommissionsmitglied Ján Figel hinzu.

Die Konferenzteilnehmer bekräftigten, dass Kleinstdarlehen das Potenzial zur Förderung unternehmerischer Initiative haben. Von besonderem Nutzen sind solche Mikrokredite bei der Förderung der selbständigen Beschäftigung und bei der Gründung kleiner Unternehmen im Dienstleistungssektor, wo der Zugang zu Finanzmitteln oftmals schwierig ist. Mit Blick in die Zukunft erklärten die Konferenzteilnehmer, dass die Verbreitung bewährter Verfahren, eine maßvolle und ausgewogene Unterstützung von öffentlicher Seite und angemessene rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen notwendige Voraussetzungen für eine Stärkung der Dynamik des Sektors darstellen.

In Europa sind mehr als 90 % aller Unternehmen Kleinunternehmen. Zudem ist eine zunehmende Tendenz zur Gründung von Ein-Personen-Unternehmen, vor allem durch Erwerbslose, zu beobachten. Unternehmen dieser Art haben spezifische finanzielle Bedürfnisse: Wo externe Finanzquellen benötigt werden, geht es oft um die Finanzierung geringer Beträge (unter 25 000 €). Dies ist für den Finanzsektor eine echte Herausforderung.


Viele dieser Unternehmen haben jedoch Schwierigkeiten, Zugang zu Krediten zu erhalten. Das unzureichende Angebot an Krediten für Kleinunternehmen erklärt sich durch die hohen Transaktionskosten und das von den Kreditgebern empfundene hohe Risiko bei geringer Rentabilität.

Um diese Schwierigkeiten zu überwinden und ein effizient funktionierendes Kleinstkreditgeschäft aufzubauen, sollte man sich an folgenden Ansätzen orientieren:

  • Verbreitung bewährter Verfahren bei den europäischen Netzen und Förderung der Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren im finanziellen wie auch im nichtfinanziellen Bereich.
  • Verbesserung der rechtlichen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für die Bereitstellung von Mikrokrediten und Anpassung der administrativen, steuerlichen und sozialen Anforderungen an die Bedürfnisse kleiner Unternehmen.
  • Erzielen besserer Synergieeffekte zwischen bewährten unternehmenspolitischen Finanzinstrumenten und den Instrumenten der europäischen Regional- und Sozialentwicklungsfonds, wobei öffentliche Mittel nicht mehr auf jährlicher, sondern auf mehrjähriger Basis vergeben werden sollten, um zu erreichen, dass Kleinstdarlehen vergebende Kreditinstitute dauerhaft rentabel arbeiten können.

Die Konferenzteilnehmer betrachteten diese Elemente als Schlüsselvoraussetzungen für das Entstehen einer europäischen Kleinstkreditwirtschaft und als Möglichkeit, Millionen von KMU in Europa Zugang zu Finanzmitteln zu verschaffen."

Anlässlich der Konferenz ist das Arbeitspapier der "Gruppe für Unternehmenspolitik"(GfU) "Mikrokredite für Existenzgründer und Kleinstbetriebe: Ausgleich einer Marktlücke" von November 2003 in deutscher Sprache aufgelegt worden. Die Microlending News hatten hierüber bereits berichtet: siehe Artikel "Mikrokredite: Ausgleich einer Marktlücke"

http://europa.eu.int/comm/enterprise/entrepreneurship/financing/index.htm

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
entr-microcredit-conference@cec.eu.int

Besuchen Sie auch die Website:
http://europa.eu.int/comm/enterprise/events/microcredit/index.htm

 

 

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