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KfW-Gründungsmonitor 2005:
Wachsende Finanzierungsprobleme bei Vollerwerbsgründungen aus der Arbeitslosigkeit*
[*vgl. KfW 2005, S. 17 ff. / Begriffsabgrenzung Gründer/innen: Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit innerhalb der vergangenen 12 Monate]
Zusammenfassung von Brigitte Maas, Deutsches Mikrofinanz Institut e.V.
Im Juni ist der "KfW-Gründungsmonitor 2005" erschienen. "Kleinstgründungen sind weiter auf dem Vormarsch" wird bereits im Titel festgestellt. Eine weitere Aussage: die Anzahl der Gründungen ohne Fremdkapital nimmt zu - eine interessante Entwicklung für das DMI, das schwerpunktmäßig in der Nachgründungsphase finanziert.
- Anzahl der Gründungspersonen:
2005 haben sich 1,43 Mio. Personen selbständig gemacht. Davon haben über 670.000 Personen (47%) im Vollerwerb und 760.000 Personen (53%) im Nebenerwerb gegründet. Das sind etwa 200.000 Personen weniger als im Vorjahr, was aus einer starken Rückläufigkeit bei den Nebenerwerbsgründungen resultiert.
- Gründungen aus der Arbeitslosigkeit:
Gut 50% der Gründungspersonen im Vollerwerb starten aus der Arbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Anteil dieser Personengruppe am Gründungsgeschehen leicht zu. Im Nebenerwerb ging der Anteil der Gründungspersonen aus der Arbeitslosigkeit auf 17% zurück. In den neuen Bundesländern ist der Anteil der Arbeitslosen mit 72,2% an den VollerwerbsgründerInnen ganz besonders hoch. Der Druck der Arbeitslosigkeit auf das Gründungsgeschehen kann somit als unvermindert hoch eingeschätzt werden.
- Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit:
Von allen GründerInnen aus der Arbeitslosigkeit erhielten 63% eine Unterstützung durch die BA, z.B. Überbrückungsgeld oder Existenzgründungszuschuss. Für den Untersuchungszeitraum Oktober 2003 bis September 2004 weist die BA 317.844 Neuzugänge bei den beiden Förderinstrumenten aus.
- Finanzierungsbedarf der Gründungspersonen:
27 % aller GründerInnen benötigten 2004 weniger als 5.000 Euro zur Finanzierung ihrer Selbständigkeit (2003: 28%). Hinzu kommt ein Anteil von 32%, die überhaupt keinen Finanzierungsbedarf haben (2003: 26%). Der Anteil der Personen, die zum Gründungszeitpunkt keinen oder nur einen kleinen Finanzierungsbedarf haben, hat sich damit um 6 Prozentpunkte auf rund 60% erhöht. Dies deckt sich mit der häufigen Erfahrung der DMI-Mikrofinanzierer, dass ein Finanzierungsbedarf oft erst viele Monate nach dem Start angemeldet wird - wenn z.B. Eigenmittel und Privatkredite nicht mehr ausreichen, um den Finanzierungsbedarf des laufenden Geschäftsbetriebs (z.B. für Betriebsmittel und Erweiterungsinvestitionen) zu decken.
- Finanzierungsprobleme:
Die Schaubilder des KfW-Gründungsmonitors zeigen, dass die Anzahl der Gründungspersonen im Voll- und Nebenerwerb mit Finanzierungsproblemen abgenommen hat (2003: 23% / 2004: 19%). Gleichzeitig ist aber auch der Anteil der Gründungen gestiegen, die gar kein Fremdkapital benötigen (2003: 24% / 2004: 27%). Es wird festgestellt, dass die Personengruppen der GründerInnen aus der Arbeitslosigkeit und im Vollerwerb vermehrt Finanzierungsprobleme angegeben haben. Die am häufigsten genannten Gründe sind die Ablehnungen von Banken aufgrund von fehlenden Sicherheiten (73,7%), mangelndes Eigenkapital (72,9%), andere Ablehnungsgründe der Bank (23,3%), Ablehnung durch private Darlehensgeber oder Beteiligungsgesellschaften und die Ablehnung der Finanzierung von zusätzlichen (unerwarteten) Gründungskosten durch Banken (23,1%).
- Vorschläge der KfW zur Lösung der Finanzierungsprobleme:
Nach Einschätzung der KfW hat das zögerliche Verhalten der Banken bei der Kleinstkreditvergabe im Wesentlichen zwei Ursachen: einerseits das schlechte Aufwands-/Ertragsverhältnis der Kleinkreditvergabe und andererseits mangelndes Vertrauen in die Fähigkeiten der Gründungspersonen (fehlende Qualifikationen und Kompetenzen, verbunden mit einem hohen Beratungs- und Qualifizierungsbedarf).
Eine Lösung der Finanzierungsprobleme sieht die KfW darin, die Zusammenarbeit von Kreditinstituten und Beratungseinrichtungen zu verbessern und hierüber die Kreditabwicklung für Banken zu vereinfachen. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf den "Leitfaden für regionale Kooperationen zwischen Kreditinstituten, Beratungs- und Wirtschaftsfördereinrichtungen" zu dem u.a. das DMI und seine Mitgliedsorganisationen in erheblichen Umfang Erkenntnisse, Erfahrungen und Umsetzungsbeispiele zugeliefert haben.
Literaturhinweis:
Hofmann u.a. 2005: KfW-Gründungsmonitor 2005: Zahl der Vollerwerbsgründungen stabil - Kleinstgründungen weiter auf dem Vormarsch. (Langfassung der jährlichen Analyse von Struktur und Dynamik des Gründungsgeschehens in Deutschland.) Frankfurt.
Zum Kooperationsmodell des DMI: http://www.mikrofinanz.net/index.php?page=kooperationsmodell
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