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Genuss ist keine Zeitfrage - Kurzportrait der Gründerin Nirvana Gerdjikow aus Offenbach

"Was esse ich in der Mittagspause?" Diese Fragen können sich Offenbacher Arbeitnehmer seit April leicht beantworten, wenn sie sich die Auswahl des neu eröffneten Cateringservice "Nirvana - more than Catering" anschauen. Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Idee erhielt die frisch gebackene Existenzgründerin im "Auf geht's!" Gründerwettbewerb. Zu diesem zählt die Möglichkeit eines Darlehens in Höhe von € 5.000,--, den Nirvana Gerdjikow zur Verwirklichung benötigte.

Die 24-jährige gelernte Bürokauffrau arbeitete zuletzt in einem Werbebüro, bevor sie aufgrund der schlechten Arbeitslage entlassen wurde. Als Bewerbungen auch keine Aussicht auf Erfolg versprachen, sah sie dies als Chance, ihren langgehegten Wunsch umzusetzen, sich in der Gastronomie selbständig zu machen. Von ihrem Arbeitsberater im Arbeitsamt Offenbach wurde sie auf den Gründerwettbewerb "Auf geht's!" aufmerksam gemacht, bei dem sich Nirvana Gerdjikow umgehend bewarb.

Der "Auf geht's!" Gründerwettbewerb richtet sich an junge arbeitslose Menschen bis 29 Jahre, die teilweise weder einen Schulabschluss noch eine Berufsausbildung haben, insbesondere an Migranten und sozial Benachteiligte. Bei dem Wettbewerb haben jährlich 15 junge Menschen die Chance, beim Aufbau ihrer selbständigen Existenz begleitet und unterstützt zu werden. Das vom Arbeitsamt Offenbach, der Stadt Offenbach und der Deutschen Bank Stiftung finanzierte und von der KIZ Zentrale für Existenzgründung (ZfE) AG durchgeführte Projekt ist in drei Phasen unterteilt: Der Businesswettbewerb startet mit 60 jungen Leuten in ein einwöchiges Assessment-Center, bei dem nur die potentialstärksten 30 Teilnehmer den Sprung in die nächste Runde schaffen. In der zweiten Phase erstellen die potentiellen Gründer dann ein Unternehmenskonzept und erlernen Methoden und Techniken rund um die Selbständigkeit. So erhalten sie beispielsweise Verkaufs-, Management und Persönlichkeitstraining und werden auf betriebswirtschaftliche Themen wie u.a. Buchführung und Controlling vorbereitet. Die 15 "Top-Gründer", die den Sprung in die dritte Phase schaffen, werden dann zehn Monate intensiv beim Aufbau ihres Unternehmens unterstützt. Hier bekommen sie nicht nur einen Zuschuss zum Lebensunterhalt, sondern erhalten intensives Coaching, Seminare, Foren und können einen voll ausgestatteten Büroplatz im sogenannten Inkubator des Gründerzentrums Offenbach in Anspruch nehmen. Zusätzlich stehen den jungen Gründern ehrenamtliche Tutoren, erfolgreiche Persönlichkeiten aus dem Rhein-Main-Gebiet mit Feedback, Know-How und Kontakten zur Verfügung. Außerdem haben die Gründerinnen und Gründer die Möglichkeit ein Darlehen in Höhe von € 5.000,-- in Anspruch zu nehmen, für das sie keine Sicherheiten hinterlegen müssen. Die Deutsche Bank Stiftung stellte hierfür einen Fond zur Verfügung, der zur Besicherung der Darlehen dient. Ausgezahlt und abgewickelt werden die Darlehensanträge über die Sparkasse Offenbach. Das Darlehen wird mit 1% unter dem DtA-Startgeld verzinst und muss innerhalb von 4 Jahren zurückgezahlt werden.

Nirvana Gerdjikow qualifizierte sich bis in die dritte Phase und erhielt einen der begehrten Plätze. Zunächst plante sie eine kleine Snackbar im Herzen von Offenbach. Die Suche nach einer solchen Lokalität gestaltete sich allerdings nicht so einfach. Durch eine Zeitungsannonce wurde sie auf ein ganz anderes Objekt nahe der Offenbacher Innenstadt aufmerksam. Bei der Besichtigung stellte sich heraus, dass sich die Räumlichkeiten hervorragend für ihren geplanten (Event-) Cateringservice eignen und zusätzlich Platz für 50 Personen bieten. Diese werden nun für Vernissagen, Betriebsfeste oder private Feierlichkeiten inklusive der Bewirtung von ihr vermietet. Um durchstarten zu können, fehlten ihr rund € 5.000,-- für eine Abzugshaube, einige Kleinigkeiten zur Inneneinrichtung, eine Werbetafel und Werbematerialien, wie ihre Speisekarte sowie für den ersten Wareneinkauf. So stellte Nirvana Gerdjikow im Rahmen des "Auf geht's!" Projektes den Antrag auf ein Darlehen. Damit dieser dem sogenannten Vergabegremium weitergeleitet werden konnte, musste sie zunächst einige Unterlagen vorlegen. Hierzu gehörten Schufa-Auskunft, Lebenslauf, Unternehmenskonzept, den positiven Konzept-Check, der vom Coach ausgestellt wird, eine Selbstauskunft über ihre finanziellen Verhältnisse sowie eine Kopie des Personalausweises. Das Vergabegremium, das aus einem Tutor (ehemaliger Direktor der Deutschen Bank), Mitglieder des Vorstandes der KIZ ZfE AG, dem persönlichen Coach und der Projektleiterin besteht, bewilligte das Darlehen und so konnte "Nirvana - more than Catering" am 29. März 2003 Eröffnung feiern. Die Rückzahlung des Darlehens beginnt auf Wunsch von Frau Gerdjikow erst nach drei Monaten mit einer monatlichen Rate von € 120,--.

Sie beliefert nun Firmen in der Frühstücks- und Mittagspause. Anhand der Speisekarte kann zwischen Salaten, Sandwiches, Yoghurt , Wraps und vielem mehr ausgewählt werden. Das ganze wird dann auch noch frei Haus geliefert. Zusätzlich stellt die junge Existenzgründerin Buffets und Platten mit ausgewählten Spezialitäten für den sogenannten "Sitzungsservice" zusammen. Bei allen Gerichten werden nur frische, ausgewogene und hausgemachte Zutaten verwendet. Die bisherige Nachfrage zeigt, dass Nirvana Gerdjikow den Geschmack der Offenbacher getroffen hat!

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